Ein Musical frei nach Tschechow
Buch und Gesangstexte: Martin G. Berger
Musik: Wolfgang Böhmer
Die Songs live aus der Neuköllner Oper:
"Der Kirschgarten soll verkauft werden! Also, der zweite Kirschgarten. Der erste stand vor vielen Jahren auf einem anderen Kontinent. Varja ist erst 37 Jahre alt und hat das nicht mehr miterlebt, selbst ihre Stiefmutter Andrea weiß es nur noch aus Erzhälungen - und trotzdem tragen sie irgendwie viel, diese paar Bäume: Träume, Erinnerungen, die erodierende Tektonik der Welt und natürlich kiloweise Kirschen. Wohin mit ihnen? Und wohin mit dem Kirschgarten? Auf diese Fragen haben die anreisenden Familienmitglieder ganz unterschiedliche Antworten: kapitalistische, idealistische, pragmatische, junge, alte. Und keine will so recht passen in eine Welt, in der alle Karten neu gemischt werden." (Kulturvolk Berlin)
Das Orchesterchen ist besetzt mit Klarinette/Bassklarinette/Altsax, Trompete, Horn, Bajan (Akkordeon), Kontrabass und Klavier. Die Besetzung ergibt einen kammermusikalischen Sound, der durchlässig ist für Szene und Figuren:
Wolfgang Böhmer macht scharfe Gedanken sinnlich erfahrbar. Dabei ist sie europäischer als Sondheim, deutscher als Legrand, melodisch wie ein Musical, schwebend wie ein Kunstlied und immer bedingungslos theatral. Böhmer will erzählen und obwohl er alle anderen Formen kennt und spürbar macht, ist es die Direktheit des Musicals, die ihn fasziniert und ihn in der Enge dieser Form neue Weiten suchen lässt.
"Er ist ein politischer Komponist. ... Und das ist das Erfreuliche an dieser Produktion, dass dem Musical wieder etwas zugetraut wird und eine nun schon etwas in die Jahre gekommene From wieder neu beglaubigt wird - von einem Altmeister des Fachs." (Kai Luehrs-Kaiser in Radio3)
