Was kommt? Was war?


Neues in der Spielzeit 2018/2019:

 

Premiere DRACHENHERZ im Theater Chemnitz

Unser Musical "Drachenherz - Keine Zeit für Helden" hatte am 2. März im Theater Chemnitz Premiere (Buch: Peter Lund, Musik: Wolfgang Böhmer, Regie: Mathias Noack, Choreografie: Neva Howard). In dem Stück geht es um Rassismus und Ausgrenzung. Aus diesem Grund hatten wir die Reaktion des Chemnitzer Publikums mit Spannung erwartet. Es belohnte den Abend mit minutenlangen standing ovations.

 

Hier eine schöne, treffende Kritik:

Premiere im Rückblick: Starke Uraufführung des Musicals „Drachenherz – kein Platz für Helden“ gestern, Samstag, im Chemnitzer Opernhaus

Ein bisschen neidisch schaute gestern früh die B.Z., die größte Berliner Lokalzeitung, nach Chemnitz. Die Studenten der Universität der Künste Berlin präsentierten das neue, extra für sie von Peter Lund und Wolfgang Böhmer geschriebene Musical „Drachenherz – kein Platz für Helden“ nicht wie üblich zuerst in der Neuköllner Oper, sondern in Chemnitz. Aber das Blatt tröstete seine Leser: „Berlin bekommt die Produktion später auch zu sehen. Sie lohnt, schon wegen der hinreißenden Darsteller.“ Letzteres stimmt. Die Chemnitzer (und die aus Berlin mitgereisten Fan-Kollegen und neu gewonnene Freunde) fanden die neun Protagonisten toll und beklatschten bei der Premiere im gut besetzten Chemnitzer Opernhaus, nicht nur am Ende, begeistert.

Die Augenbrauen zucken allerdings ob der Begründung für die „Verlegung“ der Premiere durch das Berliner Blatt. Es gehe in dem Stück um „ein Update der germanischen Siegfried-Saga, die hier in den Straßen des modernen Chemnitz verlegt ist“. Da schimmert es wieder durch, das hässliche Bild von Chemnitz aus den Spätsommertagen des letzten Jahres, mit all der angeblichen Fremdenfeindlichkeit, mit all dem Hass. So sehen es wohl viele gern, in der Hauptstadt und sonst wo. Aber, Freunde, so ist es nicht. Chemnitz ist weder grau noch braun, und Deutschhagen, jene triste Phantom-Kleinstadt, in die die Autoren die Handlung verlegt haben, ist überall.

Und nicht erst heute kämpfen Menschen um Ehre, Macht und Anerkennung, setzten Körper, Geist und Pistolen (oder wie früher Messer und Schwerter) ein, um zu zeigen, dass sie den Größten haben, oder zumindest die Größten sind. So lässt Lund (führt auch Regie) auch augenzwinkernd eine Jugendclique von heute im Hinterhof zur Schwanzparade auflaufen und dem Publikum die bloßen Hintern ins Gesicht strecken, er wählt für seine Protagonisten auch sprechende Saga-Namen: Fred, der reingescheite und deshalb beargwöhnte Siegfried-Held (Dennis Riffel hat diesen klugen, unabhängigen, kommunikativ „sozialen“ Helden, der in der Clique immer ein Fremdkörper bleibt, echt gut drauf), Hagen (Johannes Krimmel, stark als Intrigantenschwein wie anno dunnemal sein Sagen-Vorbild, und brutaler Zustecher) heißt sogar so, Gunther, weiland großsprecherischer Burgunder-König, ist hier der impotente Cliquenchef Günni (Florian Heinke), immer auf Potenz und Treue seiner Schafe – darunter „Troz-Pille“ Tropi (Timo Stacey) und Hass- und andere Bakterien-Schleuderer Baktus (Karim Pltt) -  erpicht, bis ihm Brüning, die eigentlich Anna heißt, hier aber an die Burgunderkönigin Brünhild erinnern soll (anstachelnd und gleichermaßen authentisch als Cliquenbursch und als blutverschmierte Menetekel-Frau: Florentine Beyer), aus dem Ruder läuft. Den Zickenkrieg auf den Stufen des Wormser Doms spart sich der Autor: Günni-Schwester Jenny (Nicola Kripylo) ist keine Kriemhild, aber auch so Objekt der Begierde. Der Stoff gäbe auch eine Romeo-und-Julia-Geschichte oder tausend andere menschlich-allzu-menschliche her – aber heute muss der Fremdling mit rein, der Tunesier („du bist kein Afrikaner“) Nasir, der zurückhaltend freundlich beobachtende, integrierte Migrant (Tristan Giovanoli) und Woda, der von vorherein gehasste, weil schwarze Philosoph Wotan, dem sie schließlich das Mordmesser zuschieben, und der am Schluss bedröppelt dasteht wie der Göttervater, als es für die Götter dämmert.

Viele Themen bringt Lund in seiner Geschichte unter - in einem Spiegelbild der jungen, trostlosen Gesellschaft, in der die meist gebrauchten Wörter „Sch…..“, Liebe und Sex sind. Vielleicht sind es auch zu viele Denkmuster, so dass die Tendenzen schon wieder operettenhaft banal wirken: „Das Leben ist Sch… Du überlebst es nicht.“ Oder „Liebe ist Krieg. Und der ist ungerecht“.

Seine Musicals seien weniger dem amerikanischen Musical verpflichtet, als der europäischen Operette, lesen wir in der Biografie des Komponisten Wolfgang Böhmer. Ja und Nein. Den Glanz der Chemnitzer Uraufführung machten die herzhaften Stimmen aus, die Songs – und da ist mitunter die „West Side Story“ nicht fern. Erst recht nicht in den traumhaften Choreografien (von Lund mit Neva Howard und Matthias Noack), die seit der Verfilmung von „West Side Story“ aus einem Musical nicht mehr wegzudenken sind. Die Clique tanzte, als ob morgen der letzte Tag wäre und stand abrupt in starken lebenden Bildern.  Der Hinterhof (Bühne und Kostüme: Ulrike Reinhard) könnte in jeder größeren Stadt der Welt so stehen. Nicht mal das alte Ölfass oder der trostlose Baumstumpf fehlten. 

Gut gelöst vom ganzen Team (dazu gehören auch Video: Roman Rehor und Licht: Matthias Klemm) die jeweilige Stimmung zwischen Ekstase und sentimental nachdenklicher Ruhe. Eindringlich die bisweilen Video verstärkten Bilder – beklemmend die Schweinetötung als Mutprüfung, die Übersetzung von Hasswörtern gegen Fremde in das Bild eines zum Schwein degradierten Fremden. Dabei trifft Böhmer mit Hilfe Hans-Peter Kirchbergs, des musikalischen Leiters, und seiner extra für diese Produktion zusammengestellten „Drachenherz-Band“, exakt die Situationen und wäre doch auch ohne Handlung ein Genuss – die Gitarrenrifs, der Beat, das elektronische Cello. Kracher. Die Sänger als Schauspieler: die B.Z. hat recht: „hinreißend“. Noch gab’s den einen oder anderen premierenervösen Verhaspler, manches flutscht auch zu schnell über die Lippen, der Ton (vor allem im ersten Teil) ist als Hilfe noch verbesserungsfähig – aber sonst? Große Gefühle, tiefe Intimität, bis an Akrobatik heranreichende Bewegungssprache.

Wenn das das neue deutsche Musical ist („frech, schnell, kabarettistisch und mobil“ – wie es im Programmheft heißt), dann lieben wir es. So haben wir es in Chemnitz erlebt. Viel Beifall. Berliner: Ihr könnt Euch freuen. Nur noch ein bischen Geduld...

Die "Drachenherz"-Gang aus Chemnitz

Und hier der Trailer des Musicals: 

https://www.youtube.com/watch?v=lbzqLtw1-LY

Zweimal Preise: Deutscher Fernsehpreis und Friedrich-Luft-Preis

Der Dokumentarfilm KULENKAMPFFS SCHUHE von Regina Schilling hat am 31. Januar in Düsseldorf den Deutschen Fernseh-preis erhalten. Ich hatte zu dem Film die Musik beigesteuert.

Der SWR schreibt: 

Der herausragende Publikumserfolg ,Kulenkampffs Schuhe‘ ist tiefgründig, berührend und ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Was dieser Dokumentarfilm zeigt, ist die große Kraft der Unterhaltung, ein Land zu versöhnen und sich an gemeinsamen Werten zu orientieren.“ Der Dokumentarfilm von Regina Schilling besteht vollständig aus Archivmaterial und zeigt Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise. Anhand von zahlreichen Showausschnitten aus den 60er und 70er Jahren, Interviews, privatem Super-8-Material, historischen Dokumenten und Fotos eröffnet sich eine neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik. Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren – mit Heile-Welt-Fernsehen. Dass aber Macher wie Zuschauer auch eine dunkle Kriegsvergangenheit verband, wurde zu der Zeit noch ausgespart. „Kulenkampffs Schuhe“ wurde im letzten Jahr auf der Duisburger Filmwoche mit dem 3sat Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Die Erstausstrahlung des Films fand am 8. August 2018 im Ersten statt.

 

Hier ein Bericht von titel thesen temperamente über den Film: https://www.youtube.com/watch?v=eKLAKF18kVo

 

Szenenfoto aus dem Dokumentarfilm KULENKAMPFFS SCHUHE

Zum zweiten erhielt des Jugendtheaterstück BERLIN#BERLIN des Theater Strahl, Berlin, in dem ich die musikalische Leitung innehatte, den Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost. Es ist äußerst selten, dass ein Jugendtheaterstück diese Auszeich-nung erhält.

 

FRIEDRICH-LUFT-PREIS

Von Mauersprengern und Kometenjägern

 

Verdammt, wo stand denn eigentlich die Mauer? Und was hat sie überhaupt getrennt? Ein paar Jugendliche laufen herum, stellen quaderförmige Steine in einer diagonalen Reihe auf. „Krass, ist die hoch“, sagt der eine. „Da kommen wir ja nie rüber“, sagt ein anderer. „Vielleicht können wir irgendwo Eintritt zahlen“, schlägt ein Dritter vor.

Wir sind in einer fernen Zukunft, an einem Ort, wo vielleicht einmal Berlin lag. Einer der Jugendlichen erinnert sich noch an die Erzählungen seines UrUrUr-Großvaters: Da gab es den Grenzwall noch, der die Stadt geteilt hat. Der Opa wollte „raus in die Freiheit“. Oder „rein in die Freiheit?“. Die beiden einigen sich auf „rüber in die Freiheit“. Und überlegen, was das eigentlich heißt: Freiheit.

Mit dieser Zukunftsvision beginnt das Stück „#BerlinBerlin“ des Theaters Strahl in der Halle am Ostkreuz, der neuen Spielstätte. Dann die Rückblende: Aus den Steinen bauen die Schauspieler ein Tor, der Eingang zur Klinik. Ingo wird am Tag des Mauerbaus geboren. Er wächst ohne seinen Vater auf, denn der ist im Westen geblieben. Gründet dort eine neue Familie, wie Ingo viel, viel später erfährt. Seine Halbgeschwister lernt er erst kennen, als die Mauer 1989 endlich fällt.

 

Die Songs spiegeln die Zeit wider und kommentieren die Handlung

Die Jahre vergehen, die Welt verändert sich, die entsprechenden Musikstücke von „Jailhouse Rock“ über „Es geht voran“ oder „Wenn ein Mensch lebt“ charakterisieren die jeweilige Zeit – und kommentieren auch die Handlung. Die Songs werden live von den Schauspielern performt, die auch als Musiker eine gute Figur abgeben.

Mit „#BerlinBerlin“ erzählt das Theater Strahl, dessen Kernzielgruppe Jugendliche sind, eine bewegende Familiengeschichte zwischen Ost und West. Mit schnellen Szenenwechseln werden die beiden so unterschiedlichen Lebenswelten gegeneinander geschnitten, aus den Mauersegmenten wird schnell eine Sitzgruppe oder auch mal ein Grabstein, denn bei einer Beerdigung trifft sich schließlich die Verwandtschaft aus beiden Teilen der Stadt. Das ebenso einfache wie überzeugende Bühnenbild hat Fred Pommerhen entworfen.

 

Vier Autoren schreiben gemeinsam ein Stück

Sina Ahlers, Uta Bierbaum, Günter Jankowiak und Jörg Steinberg, der die Uraufführung auch inszeniert hat, haben in einem kollektiven Schreibprozess das Stück kreiert. Man merkt „#BerlinBerlin“ an, dass die vier Autoren (Ost-West, jung-alt, Mann-Frau) sehr unterschiedliche Biografien haben. Und trotzdem liest sich das Stück wie von einem Autor geschrieben.

Die Jury des Friedrich-Luft-Preises hat diese „kraftvolle, zeitgeschichtsgetränkte, berührende Inszenierung“ überzeugt. „#BerlinBerlin“ erhält den Friedrich-Luft-Preis für die „beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2018“. 

 

Hier der Trailer des Stücks:

https://www.youtube.com/watch?v=RYCXdhPqRPQ

 

ELFIE in der Neuköllner Oper - Die Premiere

Am 31.Januar hatte ELFIE, die Kammeroper nach einem Filmscript von Tankred Dorst, Libretto und Regie Martin Berger mit meiner Musik in der Neuköllner Oper Premiere. Die Presse ist teilweise begeistert, teilweise nicht wirklich, das Publikum und ich selbst schon. Wir sind stolz auf diesen speziellen Abend, der Volkstheater und Neue Musik einander näherbringt.

 

Hier eine Auswahl an Pressestimmen:

 

"Wolfgang Böhmer schafft die musikgestische Verallgemeinerung; Desorientierung entsteht durch kalkuliert polyphone Strukturen. Den Bühnenpraktiker merkt man an den vielfältig gestalteten Übergängen von Rede, Melodram und Gesang. Die nahezu durchkomponierte „Elfie“ will keine Literaturoper sein und hat für ein Musical sehr wenig Melodie, auch wenig direkt überspringenden Rhythmus. Eine Herausforderung für den Dirigenten Oliver Imig: Das Instrumentalensemble mit Akkordeon legt schmale, schnelle und dabei kräftige Rinnsale. Die Sänger können also nicht in Ton-Fluten kraulen. Über eine Schauspielmusik geht das deutlich hinaus. In dieser sehr individuellen Proportion ist „Elfie“ als „Theater-Musik“ wirklich außergewöhnlich, weil das Experiment als solches kaum bewusst wird. Die Szene bleibt stark bis zum Schluss, macht aber die Musik nicht zur Nebensache. Es dürfte bei einer Neuproduktion interessant werden, ob diese von Oliver Imig und Martin G. Berger mit dem Ensemble erzielte Synchronität von Musik und Szene ein einmaliger Glückstreffer war oder ob diese tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal von Böhmers Partitur ist."(Ronald H. Dippel, nmz)

 

"Das Kammerorchester mit acht Musikern sitzt seitlich hinter einem Projektionsschleier, das Publikum um ein erhöhtes quadratisches Podest mit Bodenluke. Ein optimaler Spielraum: Seine Flächen, Ecken und Zugänge bieten variantenreiche Möglichkeiten für die zahlreichen Simultanszenen. Martin G. Berger ist mit seinem Produktionsteam die optimale Nutzung des Raumvolumens der Neuköllner Oper packend gelungen. Er geht an die dreißig Jahre zurückliegende Handlungszeit mit heutigen Mitteln heran uzndn fasst sie doch in ihrem eigenen Kern. (...) Kräftiger, ritualisiert wirkender Applaus nach der ausverkauften Premiere." (Die Deutsche Bühne)

 

"Herrlicher Kammeroperabaned" - Kultura-extra.de

 

"Mit diesem (eigenen) Einfal hält die Neuköllner 'Elfie' durchaus fein die Schwebe zwischen Liebesmord und Lebenslust. Oder auch zwischen Schmerz und Scherz. ... Es brennt, es flackert um alle Köpfe in Roman Rehors Videos auf den Leinwänden. Die meist sprechsingenden Akteure werden dort mal zu Puppen, mal verdoppeln sie sich live: ein sich bei Gelegenheit nackt präsentierender Elektrogoßhändler, ein Musikkritiker, ein Chirurg. Alle sind sie Elfies Männer, aber auch eingestandene Schwächlinge, Schwadroneure, Schemen. Manches klingt etwas wedekindisch oder mal büchnerhaft, so irgendwo zwischen "Lulu" und "Woyzzeck" und Dorst natürlich. Aber trotz Wolfgang Böhmers teils expressiv schlagwerkender, teils schwermütig dahinharfender Musik, die auch das fränkische Volkslied adaptiert, fehlt dieser Moritat das wirklich Spukhafte." (Der Tagesspeigel)

 

"Großartig inszeniert von Martin Berger, frei nach einem Stück von Tankred Dorst aus den 80er Jahren. ... ELFIE ist ein eindrückliches Portrait der Mittelstandsgesellschaft, das nichts an Aktualität verloren hat. (rbb Fernsehen Kulturnotizen)

 

"Den kanpp 90minütigen Abend trägt sehr souverän ein achtköpfiges Orchester. Das spielt zwar etwas versteckt hinter einer Art spanischen Wand, dafür aber derart furios, dass sich erahnen lässt, wieviel Wut und Revolution in der Elfie von Tankred Dorst steckt." (rbb Kulturradio)

 

 

 

Inka Löwendorf als Elfie

in der Neuköllner Oper

EIN SOMMER IN BRANDENBURG

 

Am 31. August hatte SOMMER IN BRANDENBURG in der Kulturscheune Paretz Premiere. Es ist die Theaterfassung des gleichnamigen Romans von Urs Faes durch Boris von Poser, der auch die Regie führte. In diesem Projekt spielten professionelle mit Laiendarstellern zusammen. Ich hatte die musikalische Leitung, was heißt: auch Nicht-sänger zum Singen zu bringen -  eine reizvolle Herausforderung, die aber Spaß macht und ganz eigene Qualitäten entwickelt. Alle fünf Aufführungen dort waren ausverkauft.

Hier der link zu einer sehr bemerkenswerten, weil seltsamen Kritik auf der Plattform "nachtkritik.de": 

 

https://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=15775:sommer-in-brandenburg-in-paretz-fuehrt-boris-von-poser-mit-buergern-und-profis-den-roman-von-urs-faes-auf&catid=38&Itemid=40

 

Szenenfoto aus der "nachtkritik": die beiden Hauptdarsteller Barbara Stephenson und Florian Sumerauer
Szenenfoto aus der "nachtkritik": die beiden Hauptdarsteller Barbara Stephenson und Florian Sumerauer

JEDERMANN - Ein Musical vom Sterbenlernen

 

Am 19. Juli hat das Musical, eine radikale Neufassung des Stoffes, zum 750jährigen Jubiläum des Klosters Neuzelle ebendort Premiere. 10 Solisten/innen und 20 Musiker/innen werden den schwierigen Weg Jedermanns in den Tod begleiten. Die Regie führt Rainer Holzapfel, mit dem ich schon mehrfach zusammengearbeitet habe (Orlando von Händel in der Neuköllner Oper, Tom Sawyer von Kurt Weill im Landestheater Detmold). Das Buch stammt von Peter Lund, die Musik von mir.

 

Für das Neuarrangement des JEDERMANN wurde ich für den Deutschen Musicalpreis 2018 nominiert, der am 1. Oktober in Hamburg ver-

geben wird.

STELLA zum Dritten

 

Unser preisgekröntes Musical - Preis der Deutschen Musical Akademie 2016 in sechs von neun Sparten - "Stella - Das blonde Gespenst vom Kufürstendamm" erlebt die dritte Wiederaufnahme in der Neuköllner Oper, was bislang noch keinem Stück gelungen ist. Premiere ist am 4. Oktober, weitere Vorstellungen den gesamten Oktober über.

 

 

Frederike Haas als Stella Goldschlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALICE IM WUNDERLAND - Das Weihnachtsmärchen des Staatstheaters Wiesbaden

 

Am 28. Oktober hat das diesjährige Weihnachtsmärchen des Staatstheaters Wiesbaden Premiere: Alice im Wunderland, Fassung und Regie Carsten Kochan, Gesangstexte Tom von Hasselt, Musik Wolfgang Böhmer. In dieser Konstellation arbeiten wir nun schon das dritte Jahr zusammen.

ELFIE - Musiktheater von Tankred Dorst und Martin Berger, Musik von Wolfgang Böhmer

 

Erste Uraufführung nach dem Tod von Tankred Dorst: 

der nie gedrehte Film/Theatertext „Eine Mordgeschichte“ 

„Elfie“ ist die erste Uraufführung nach Dorst Tod und macht eine literarische Entdeckung öffentlich: ein bisher vergessenes Stück / ein Filmskript aus dem privaten Fundus des Autors. „Eine Mordgeschichte“ entstand 1988 und erzählt, an Büchners „Woyzeck“ erinnernd, die Geschichte der Elfie Steinheuer, die als Ehefrau und Mutter an der bürgerlichen Enge einer fränkischen Kleinstadt-Gesellschaft zugrunde geht. Mit ihrem Grenzen-verachtenden Anspruch ans Leben stellt sie die zeitlos- virulente Frage: wieviel Freiheit vertragen wir, als Einzelne und als Gesellschaft? Der faszinierende Text wurde gleichwohl weder auf der Bühne noch als Film je verwirklicht. 

„Elfie“ bringt nun das an skurrilen Dialogen und Bildern reiche Werk erstmals auf die Bühne – als Musiktheater. Wolfgang Böhmer verwandelt das Schauspiel – in der Texteinrichtung und Regie von Martin G. Berger -  in eine durchkomponierte Großform. Böhmer zählt zu den profiliertesten deutschen Komponisten, die genreübergreifend schreiben, von Neuer Musik bis zum Musical. Der junge Regisseur Martin G. Berger wurde 2016 für seine Inszenierung von STELLA ausgezeichnet und ist u.a. an der Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Hannover,  am Nationaltheater Weimar tätig. (www.martingberger.net

Komponiert für ein Ensemble von acht Sänger/innen und acht Musiker/innen soll die Produktion Impulse geben für eine junge  Generation von Theaterschaffenden- und – interessierten, sich mit dem Werk Dorsts auseinanderzusetzen, der - vor dem Einzug des Postdramatischen - die letzte Epoche des deutschen Autorentheaters so maßgeblich mitgeprägt hat. (aus der Ankündigung der Neuköllner Oper)

Premiere: 31. Januar 2019 in der Neuköllner Oper, Berlin

DRACHENHERZ - Das Musical von Peter Lund und Wolfgang Böhmer

Koproduktion zwischem dem Theater Chemnitz und der Neuköllner Oper Berlin 

 

Hier der Pressetext des Theaters Chemnitz

 

 

DRACHENHERZ

 

DAS MUSICAL

 

 

Günnis Clique ist echt cool. Findet Günni jedenfalls. Sonst ist aber wenig cool in der mitteldeutschen Kleinstadt, die Günnis Clique mit ihren Mutproben terrorisiert.

Aber was soll man sonst machen, wenn die halbe Stadt arbeitslos und die meisten Erziehungsberechtigten apathisch vor der Glotze sitzen?

Dann kommt Fred. Fred ist anders: Fred hat Ideen und was im Kopf. Mit Fred macht alles plötzlich mehr Spaß. Und er macht Günni seine Stellung nicht streitig.

Fred ist ein toller Gefolgsmann und schon bald Günnis bester Mann in der Clique. Hannes könnte kotzen. Günnis bester Mann war doch immer Hannes. Und wenn einer das Recht hat. Günnis Schwester Jenny den Hof zu machen, dann doch wohl er!

Mit einem Wort: Fred geht Hannes schwer gegen die Ehre.

 


Ehre ist ein wichtiges Thema in DRACHENHERZ, dem neuen Musical von Wolfang Böhmer und Peter Lund, das im Frühjahr 2019 seine Uraufführung in Chemnitz erleben wird.

Ehre. Verrat. Und Treue. Keine besonders aktuellen Themen im heutigen Deutschland, möchte man meinen. Aber im Gegenteil. Was man tut, wie man kämpft und vor allem für was- das sind die großen Fragen, die jeder Jugendliche heute an die Gesellschaft stellt.

Und seien wir ehrlich: unsere Antworten sind dürftig.

 

Das war bei den Nibelungen noch anders. Da wusste jeder, für was er kämpfte.

Im schlimmsten Fall für sich selber. Und Siegfried musste sterben, weil es damals offensichtlich keinen Platz gab für echte Helden auf der Welt. Gibt es diesen Platz heute? Oder müssen die Guten immer noch sterben, weil die Gemeinen es einfach nicht ertragen, so klein im Geiste zu sein?

 

Dieser Frage will DRACHENHERZ nachgehen und hat sich dafür die großartige Geschichte der Siegfried-Sage ausgeliehen, um sie im Hier und Jetzt und vor allem mit den heutigen Mitteln des Musicals nachzuerzählen. Es ist nur auf den ersten Blick überraschend, wie genau die alte Sage unseren heranwachsenden Protagonisten ins Herz und ins Hirn schaut. Der Verrat der Siegfried-Sage ist universell und passiert jeden Tag wieder- hier und heute und direkt vor unserer Haustür.

 

Und jetzt passiert er in Chemnitz. Mit neun großartigen Musicalabsolventen der UdK Berlin, in Koproduktion mit der Neuköllner Oper und geschrieben und komponiert von dem Autorenteam Wolfgang Böhmer und Peter Lund, die mit STELLA- das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm2016 das beste deutschsprachige Musical auf die Bühne gebracht haben.

 

 

REGIE: PETER LUND 

MUSIKALISCHE LEITUNG: HANS-PETER-KRICHBERG/ JAKOB BRENNER

CHOREOGRAPHIE: NEVA HOWARD

AUSSTATTUNG: ULRIKE REINHARD 

 

MIT: 

Florentine Beyer, Tristan Giovanoli, Florian Heinke, Ngako Keunie, 

 

Johannes Krimmel, Nicola Krypilo, Karim Platt, Denis Riffel und Timo Stacey

 

PREMIERE: 2. März 2019 in Chemnitz, 13. Juni 2019 Neuköllner Oper Berlin

 

 


Das war die Spielzeit 2017:

Zwei Weihnachtsmärchen:

 

Staatstheater Wiesbaden 4.November 2017: VÄTERCHEN FROST, Fassung und Regie: Carsten Kochan, Musik: Wolfgang Böhmer

 

Theater Marburg 24.November 2017: DER ZAUBERER VON OZ, Fassung und Regie: Boris von Poser, Musik: Wolfgang Böhmer, ausübender Musiker: Vassily Dück (Bajan)

Das ist er: der Preis der Deutschen Musical Academy für die BESTE KOMPOSITION!

10. Oktober 2016

DEUTSCHER MUSICALPREIS "BESTE KOMPOSITION"

Für das Musical STELLA (Premiere im Juli 2016 in der Neuköllner Oper, Berlin) hat es von der Deutschen Musical Academy einen wahren Preisregen gegeben: Bestes Musical, Beste Komposition, Bestes Buch, Beste Gesangstexte, Beste Regie und für die "Stella" des Stücks Frederike Haas der Preis für die Beste Hauptdarstellerin!

Hier geht es zur Musik von STELLA: https://drive.google.com/folderview?id=0B1RrQefqXHM4b2FmTUVPZTJvS0E

 

 

 

28. November 2016

 

DER ZAUBER VON OZ - Weihnachtsmärchen Staatstheater Wiesbaden

 

Das amerikanische Märchen mit neuer Musik. Fassung: Carsten Kochen, Texte: Tom von Hasselt, Musik: Wolfgang Böhmer

 

Premiere am 28. 11. 2o16 im Grossen Haus des Staatstheaters Wiesbaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz ohne „Over The Rainbow“ besticht das selbstbewusste Vorgehen des Musical-Preisträgers in der Kategorie Komposition, der das Hollywood-Musical links liegen lässt und eigene Akzente zwischen Klassik und Jazz setzt

(Frankfurter Neue Presse)

24.Oktober 2016 Premiere

DIE GROSSHERZOGIN VON GEROLSTEIN

in Kassel

 

2016 spielt das Staatstheater Kassel DIE GROSS-HERZOGIN VON GEROLSTEIN von Jacques Offenbach in meiner neuen Übersetzung bzw. Textfassung. Regie führte Adriana Altaras. 

 

DIE GROSSHERZOGIN ist einer meiner zahlreichen Übertragungen innerhalb der neuen Offenbach-Edition von Jean-Christoph Keck im Verlag Boosey & Hawkes, Berlin. (siehe Offenbach OEK-Ausgabe)

23. September 2016

WILDES BERLIN - Berlin-Musical im Tierreich

WILDES BERLIN - Premiere im BKA am Mehringdamm. Buch: Robert Löhr, Songtexte: Tom von Hasselt, Musik von mir.

 

 

WILDES BERLIN spielt im zeitgenössischen, tierischen Underground, in der Gesellschaft unterhalb der menschlichen. Hier kommt die lange fällige, tierische Antwort auf "Linie 1".

 

23. Juni 2016

STELLA - Neues Kammermusical in der Neuköllner Oper

Am 23.Juni 2016 wird STELLA in der Neuköllner Oper Premiere haben. Das Buch schreibt Peter Lund, Musik von mir. STELLA beschäftigt sich mit der historischen Person von Stella Kübler-Goldschlag, der sog. "Greiferin von Ku'damm", die als illegal lebende Jüdin im nationalsozialistischen Berlin andere jüdische Illegale an die Gestapo ausgeliefert hat. Regie wird Martin Berger führen.

 

 

Premiere am 18. März 2016 Landestheater Detmold

TOM SAWYER UND HUCKLEBERRY FINN - Landestheater Detmold

Kurt Weill hat im Krankenhaus kurz vor seinem Tod 1950 noch an einem Musical nach dem Mark Twain Stoff geschrieben. Es ist unvollendet geblieben. John von Rüffel hat einen Theatertext geschrieben, Das Musical ist durch Songs aus anderen Werken von Weill "komplettiert" worden zu einem funktionierenden Familienmusical.

In Detmold wird es mit einem neuen Arrangement aus meiner Feder gezeigt.

 

 

PÜNKTCHEN TRIFFT ANTON - Musical im Grips zum 130ten Mal!

Am 15. Februar hat PÜNKTCHEN TRIFFT ANTON von Volker Ludwig, Musik Wolfgang Böhmer, seine dritte Wiederaufnahmepremiere und gleichzeitig seine 130e Aufführung!! Bravo! Das hat bislang nur LINIE 1 geschafft.

Volker Ludwigs neue Fassung des Erich Kästner Stoffs setzt als zunächst unüberbrückbaren Unterschied zwischen Pünktchen und Anton nicht nur reich gegen arm sondern legal gegen illegal. Denn Anton ist Sohn einer illegal in Berlin lebenden Weissrussin. Diese das Original verschärfende Fassung gewinnt nach der Premiere vor 4 Jahren eine neue Aktualität durch die Flüchtlingswelle.

Die Musik hat eingängige Songs und verbindet den herkömmlichen "Grips-Ton" mit guter, auch durchaus schräger Theatermusik. zum Stück und den Hörbeispielen

 

 

3. Oktober 2015

Aphasiker-Chor der Charité

Im Oktoberheft der Zeitschrift "Chorzeit" ist ein schöner Artikel über den Aphasiker-Chor der Charité erschienen. In diesem Chor singen Schlaganfallpatienten, denen das Singen Spass macht und die durch das Singen wieder leichter zur Sprache zurückfinden. Ich bin dort seit Juli 2015 Leiter.  (zum Artikel)

 

 

11. Oktober.2015

IKARUS - Jugendtheaterpreis für "The Working Dead" vom Theater Strahl

Für seine Produktion "The Working Dead", ein Jugendtheaterstück über Arbeits- und Lebenswelt in der DDR, speziell in Oberschöneweide/Berlin, hat das Theater Strahl den Berliner Jugendtheaterpreis IKARUS erhalten. Glückwunsch!!

Regie führte Jörg Steinberg. Ich hatte dort die musikalische Leitung, hatte eine kleine Rockband und einen "Zombie"-Chor (Senioren/innen) zu betreuen.

   

 

 

Februar 2015

PARISER LEBEN in der Wiener Volksoper

21.Februar 2015 Premiere der Offenbach Opera Bouffe PARISER LEBEN in meiner Textfassung, die innerhalb der neuen Offenbach-Edition (OEK) bei Boosey & Hawkes herausgekommen ist. Regie führten der Pariser Sebastien Rouland und der Niederländer Nichiel Dijkema. Ziemlich schrill, ziemlich bunt. Kurzer Einblick.

 

 

11. Dezember.2014

Tito's Brille Dokumentarfilm

 11.Dezember 2014 Premiere des Dokumentarfilms TITO'S BRILLE von Regina Schilling über das gleichnamige Buch von Adriana Altaras. Musik von mir (zu hören unter "FILM") Hier kann man den schönen Trailer sehen.